15.01.2010 | Amtsgericht verurteilt Waldhof-Fans
Nach den schweren Ausschreitungen rund um das Fußball-Spiel SV Waldhof Mannheim 07 gegen den 1. FC Kaiserslautern II sind die ersten Randalierer verurteilt worden. Ein 24 Jahre alter Mann wurde am Freitag vom Amtsgericht Mannheim wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt. Er muss für ein Jahr und zwei Monate hinter Gitter, dazu kommen noch zwei Wochen wegen Beleidigung, sagte ein Sprecher des Gerichts. Aufgrund einschlägiger Vorstrafen sei die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt worden. Die anderen beiden Männer erhielten je eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung.
15.09.2009 | SV Waldhof Mannheim 07 muss 7.000 Euro zahlen
Der SV Waldhof Mannheim 07 muss nach den schweren Krawallen am 2. September 2009 am Rande des Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern II (0:2) eine Geldstrafe von 7.000 Euro zahlen. Das entschied das Sportgericht des DFB am Dienstag im Einzelrichter-Verfahren. Die Pfälzer wurden bereits am vergangenen Mittwoch vom Kontrollausschuss zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Nach dem von Krawallen überschatteten Südwest-Derby Mannheim - Kaiserslautern II hatte der DFB im Sportgerichtsverfahren gegen den SV Waldhof bis nach dem Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken abgewartet, welches am vergangenen Sonntag stattfand. Nach Angaben des DFB wurde der Verein wegen unsportlichen Verhaltens und wegen seines nicht ausreichenden Ordnungsdienstes verurteilt. Die Mannheimer haben dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Der 1. FC Kaiserslautern II muss zusätzlich zur Geldstrafe sein nächstes Heimspiel in der Regionalliga West gegen Bayer Leverkusen II unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten. Beim Südwest-Derby in Mannheim waren damals acht Polizisten verletzt und 36 Personen vorübergehend festgenommen worden. Die Partie war in der zweiten Halbzeit für etwa 20 Minuten unterbrochen worden und stand kurz vor dem Abbruch.
02.09.2009 | SV Waldhof Mannheim 07 - 1. FC Kaiserslautern II
Bei einem Fußballspiel in der Regionalliga West zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern II ist es gestern Abend zu Ausschreitungen gekommen. Mehrere Leute wurden leicht verletzt, darunter acht Polizisten. Die rivalisierenden Fans hätten ein "erhebliches Gewaltpotenzial" an den Tag gelegt, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Mannheim. Schon bei der Ankunft am Hauptbahnhof zündeten Fans Rauchbomben und legten den Zugverkehr lahm. Im Stadion wurde bengalisches Feuer abgebrannt. Ein Baum, Büsche und eine Toilettenanlage gingen in Flammen auf. Die zweite Halbzeit musste für 20 Minuten unterbrochen werden, weil rund 1.000 sogenannte Problemfans in den Lauterer Fanblock drängten. Der Schaden im Stadion soll rund 50.000 Euro betragen. Die Lage schien zeitweise vollkommen unübersichtlich. Die Polizei riegelte das Stadion ab, um prügelnde Fans unter Kontrolle zu bekommen. Unbeteiligte konnten das Stadion deshalb nicht verlassen. Das führte zu erheblicher Kritik unter den Zuschauern.
25.04.2009 | SV Darmstadt 98 - SV Waldhof Mannheim 07
Es war ein Samstag der Gewalt – der latenten Gewalt, zum Glück nur in kleinem Maß tätlicher Auseinandersetzung. Erneut haben die Begleitumstände eines Fußballspiels das zivile Leben beeinträchtigt, Menschen in bedrohliche Situationen gebracht. So erlebten es die Bewohner des Paulusviertels am Nachmittag. Gegen 16 Uhr, nach Ende des Spiels am Böllenfalltor zwischen dem SV Darmstadt 98 und Waldhof Mannheim, rannten Mannheimer Horden auf beiden Seiten die Jahnstraße hinab; Stiefel von gut hundert Mann prasselten übers Pflaster, während an den Straßenecken postierte Mannheimer Anführer Kommandos riefen: Aufschließen, ihr Kerle, los, los, mir müsse weg von der Polizei, do ohwe kumme schon die Bulle. Wenig später trampelten die Mannheimer – viele von ihnen älter als dreißig, schwergewichtig, tätowiert, kahlköpfig – wieder bergauf. Reiter sprengten ihnen entgegen und trieben die mutmaßlichen Schläger aufs Trottoir; von der Nieder-Ramstädter Straße her setzte im Laufschritt Bereitschaftspolizei nach, gefolgt von Mannschafts- und Rotkreuzwagen. Jetzt wurde das Paulusviertel abgeriegelt, und am Geißensee kam es zu einem kurzen, heftigen Gerangel; die Mannheimer brüllten, die Polizisten schwangen den Schlagstock, drückten Flüchtende in Garageneinfahrten, die Gärten der anliegenden Häuser wurden durchkämmt, Schreie waren zu hören; mehr oder minder freiwillig gingen die Mannheimer zu Boden. Gegen halb fünf herrschte gespenstische Ruhe. Dutzende Festgenommene hockten in langer Reihe, zum Teil mit Handschellen gefesselt, an den Gartentörchen und -zäunen der oberen Jahnstraße, immer wieder angemahnt, sich nicht zu rühren (halt die Fresse!). Ansonsten war kein Mensch mehr zu sehen. In den Häusern nahmen die Anwohner das Geschehen teils fassungslos, teils neugierig wahr. Die Kinder von Nummer 120 versteckten sich auf dem Dachboden, von wo sie mit Feldstechern beobachteten, was sich unten auf der Straße tat. Die Mutter in Nummer 124 wartete voller Angst auf ihren Sohn Maurice; der Siebenjährige sollte um diese Zeit von einem Freund nach Hause kommen. Eine Polizistin brachte den etwas schockierten Jungen dann heim. Unterdessen wurden die Festgenommenen durchsucht.
Polizisten gaben einander Insider-Ratschläge: Das da ist keine tödliche Waffe, wir sind hier nicht in Ober-Ramstadt. Als einer der Gefangenen über Durst klagte und ihm eine Anwohnerin ein Glas Wasser brachte, wurde sie von einem Beamten freundlich, aber bestimmt zurückgewiesen: nein. Dies ist ein Polizeieinsatz. Der Mann maulte: Es sei doch menschlich, dass er Durst habe. Der Polizist: Wie ein Mensch haben Sie sich vorhin aber nicht verhalten. Nach zwei Stunden durften die Festgenommenen Mal aufstehen; einigen wurde Telefonieren erlaubt. Als um 18 Uhr die Glocken der Pauluskirche läuteten, wirkte das geradezu surreal: die Stimme des Friedens über einer Szene der Gewalt. Ab halb sieben wurden die Mannheimer gruppenweise Richtung Bahnhof begleitet. Gegen fünf von ihnen, so teilte am Sonntag Michael Dalfuß, der Polizeiführer vom Dienst, mit, erging Strafanzeige, unter anderem wegen Waffenbesitzes, zwei weitere erwartet bereits ein Strafverfahren, einer wurde mit Haftbefehl gesucht. Die Polizei blieb bis halb acht in der Jahnstraße; wir führen die Nachaufsicht durch, so Dalfuß. Als schließlich auch der letzte Mannschaftswagen abgezogen war, setzte in den Gärten wieder das Rasenmäherbrummen ein. Die Terrassentüren öffneten sich, Blumen wurden gegossen. Und auf dem Rasen hinter den Häusern spielten die Kinder nach, was sie vorher erlebt hatten: Fahrradhelme imitierten den Kopfschutz der Polizisten, Stöckchen wurden geschwungen: Auf den Boden, und rühr dich nicht!
25.04.2009 | SV Darmstadt 98 - SV Waldhof Mannheim 07
Blutige Fußball-Randale in der Regionalliga Süd. Beim Hooligan-Klassiker zwischen Darmstadt 98 und Waldhof Mannheim setzte es Schläge, explodierten Rauchbomben, gingen Scheiben zu Bruch. In letzter Minute trennte die Polizei die Problemfans. 11 Uhr am Südbahnhof: 1.000 Anhänger aus der Kurpfalz springen aus Zügen, Bussen, Autos. Die Polizei ist gewarnt: Die Rivalität zwischen beiden Vereinen ist groß. Beamte in Kampfmontur begleiten die Fans zum Stadion. Der Verkehr bricht zusammen. Trotzdem gelingt es 200 Mannheimern und 100 Darmstädter Hooligans sich aus dem Staub zu machen: Die Krawallmacher haben sich für eine geplante Prügelei mitten im Einkaufstrubel auf dem Luisenplatz verabredet. Doch szenekundige Beamte (SKB) wissen davon, mehrere Hundert Polizisten trennen die Lager. Polizeisprecher Ferdinand Derigs: Durch schnellen und konsequenten Einsatz konnten wir die Konfrontation verhindern. 14 Uhr, Stadion am Böllenfalltor: 4.600 Fans peitschen ihre Mannschaften friedlich in dem brisanten Derby an. Alles bleibt ruhig, Endstand: 1:1. Doch danach geht es wieder rund ums Stadion: dritte Halbzeit! Mannheimer und Darmstädter gehen aufeinander los. Bilanz: 30 Rowdys festgenommen – alle aus Mannheim. Irre: Einer der Männer wurde sogar per Haftbefehl gesucht. Dazu zwei Verletzte und ein zerstörter Reisebus aus Heidelberg.
21.12.2008 | TSV 1860 München - SV Waldhof Mannheim 07
Es flogen Flaschen, ein freier Block wurde kurzzeitig gestürmt, fünf Polizisten leicht verletzt. Das ist die Bilanz eines Regionalliga-Fußballspiels zwischen 1860 München II und Waldhof Mannheim im Grünwalder Stadion vom Samstag (1:4). Circa 500 gewaltbereite Fans wollten sich die Köpfe einschlagen. Eine geplante Massen-Keilerei vor dem Spiel fand nur deswegen nicht statt, weil der Waldhof-Bus sich verspätete. Als der Bus in München eintraf, flog sofort die erste Flasche. Ungewöhnlich: Die circa 40 Löwen-Schläger wurden von etwa 20 Chaoten des Erzrivalen Bayern München unterstützt. Das ist eine neue Qualität der Gewalt in München, sagt Pressesprecher Dieter Gröbner. Auch die Mannheimer reisten mit Verstärkung der Eintracht aus Frankfurt an (insgesamt 70 Hooligans). Anstifter der Randale laut Polizei: Löwen-Hools. Klaus Röschinger, Leiter der szenekundigen Beamten München, dazu: 1860 sollte sich langsam einmal Gedanken darüber machen, wie mit diesen sogenannten Fans umgegangen wird. Die Zeiten, in denen nur geredet wird, sind langsam vorbei. Unglaublich: Während der Partie versuchten Löwen-Fans, den Block der Mannheimer zu stürmen. In der zweiten Halbzeit wollten Chaoten beider Vereine über die Zäune klettern. Im Block der Mannheimer wurde sogar ein Sicherungstor aufgedrückt. Nur ein massives Polizeiaufgebot (Schlagstöcke, Pfefferspray) verhinderte Schlimmeres. Auch nach dem Spiel hatten die circa 250 Beamten mächtig zu tun: In einem Wiener-Wald-Restaurant randalierten zehn 60er, am U-Bahnhof Wettersteinplatz schmissen Löwen einige Mannheimer aus der Bahn. Insgesamt gab es vier Festnahmen.
15.08.2008 | SV Waldhof Mannheim 07 - TSV 1860 München
Zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fans kam es gestern im Mannheimer Carl-Benz-Stadion anlässlich der Regionalligabegegnung zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem TSV 1860 München II. Schon nach der Halbzeit mussten die Unparteiischen die Partie für rund 30 Minuten unterbrechen, weil im Fanblock der Münchner Feuerwerkskörper abgebrannt und auf das Spielfeld geworfen wurden. Nach Spielende gruppierten sich ca. 300 Anhänger des SV Waldhof vor dem Stadion. Es kam hierbei zu massiven Übergriffen gegenüber der Polizei, die von den Randalierern mit Steinen und Flaschen beworfen wurden. Mehrere Beamte wurden verletzt. Zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen.
11.11.2006 | SV Waldhof Mannheim 07 - 1. FC Heidenheim
Der SV Waldhof und seine scheinbar endlose Geschichte um seine Fans wurde beim Spitzenspiel gegen den 1. FC Heidenheim um ein weiteres Kapitel bereichert. Schauplatz war diesmal die Haupttribüne im heimischen Benz-Stadion beim glücklichen 2:2 (0:1) der Blau-Schwarzen. Der Frust entlud sich in der 70. Spielminute. Da lag der SVW durch Treffer von Macchia (20.) und einen umstrittenen - vom Ex-Waldhöfer Frank Schmidt verwandelten Elfmeter (48.) - mit 0:2 zurück. Schon kurz darauf verließ ein Teil der Anhänger aus Protest den Fan-Block. Die üblichen Gesänge wie "Wir haben die Schnauze voll" oder "Wir sind Mannheimer und ihr nicht" hallten den Akteuren um die Ohren. Noch lauter wurde es, als zwanzig Minuten vor dem Ende rund 100 aufgebrachte Fans die Haupttribüne in Besitz nahmen. Einige Unverbesserliche versuchten, wie schon in Pforzheim auf den Rasen zu kommen, konnten aber zum Glück von Ordnern zurückgehalten werden. Eine Rauchbombe, herausgerissene Schalensitze, ein verbeulter Zaun - so lautete die traurige Bilanz.
28.10.2006 | 1. FC Pforzheim - SV Waldhof Mannheim 07
Rasen im Pforzheimer Stadion bevölkerten. Für acht Minuten stand die Oberliga-Partie des SV Waldhof beim 1. FC Pforzheim auf der Kippe, in der 77. Minute drohte ein Spielabbruch. Was war passiert? Die Situation zwischen den Fan-Lagern eskalierte nach dem Treffer zum 2:0. Eine Gruppe aus dem FCP-Lager sprang über die Bande. Gegenüber ließen rund 30 Waldhoffans ihrem Frust freien Lauf und stürmten ebenfalls auf das Spielfeld. Schiedsrichter Markus Kugele unterbrach die Begegnung, die Sicherheitskräfte waren schnell zur Stelle und drängten die Chaoten in den nicht umzäunten Block zurück. Die Partie wurde nach der Unterbrechung zu Ende gespielt.
13.11.2004 | Karlsruher SC II - SV Waldhof Mannheim 07
Treffpunkt 12:00 Uhr MA Hauptbahnhof. Ein schöner Mob Waldhöfer traf sich, am doch eher frühen Samstag, zu einem Ausflug in die Fächerstadt. 12:40 Uhr, die Wagons sind gut gefüllt und ab geht es in Richtung KA. Auf den ersten Blick waren doch viele Leute mit Potenzial für mehr am Start. Das sollte sich aber später noch herausstellen. 13:30 Uhr, am Hbf. Karlsruhe angelangt wurden die Busse bestiegen und mit wieder mal großem Polizeiaufgebot zum Wildpark eskortiert. Der gepflegte Teil der Mannheimer war verstreut unter den ca. 600 MA's wieder zu finden. Während dem Spiel gab es eigentlich nicht viel zu berichten. Es wurden nur einige Male heftige Rauchsignale gesendet. 16:05, nach dem bitteren 2:1 für den KSC und der Spruchband Provokation der Badener wurde das erste Mal der Zaun des Nachbarblocks traktiert. Die Herren in Grün ließen sich auch nicht lange bitten und rannten mit erhobenen Schlagstöcken in Richtung der Mannheimer Offensive. 16:20, als sich die Schlachtenbummler in Richtung Ausgang aufmachten, ließ die deutsche Spezialeinheit in Grün, auch unter dem Namen Polizei bekannt, den Paralleldurchgang zur KSC Kurve sperrangelweit offen. Die gepflegte Mannheimer Bande nahm die Einladung dankend an und stürmte in Richtung Heimfans. Kurz vor Feindkontakt, stoppten ein schnell geschlossenes Tor und einige herbeigeeilte Beamte den Sturmlauf auf die Freizeit Franzosen. Wenn es an der einen Seite nicht klappt, dann muss es an der anderen Seite klappen. 16:35, Ausgang E2, es rappelte an allen Ecken gegen die Staatsmacht. Schlagstöcke, Pfefferspray und Pferdestaffeln machten die Runde. Nach ausgiebigen Auseinandersetzungen wurde der Gast aus der Kurpfalz in die vorhandenen Busse getrieben und zum Hbf. verfrachtet. Leider gab es auch einen Schwerverletzten der seinen kleinen Finger im Stadion verlor (abgerissen).
13.11.2004 | Karlsruher SC II - SV Waldhof Mannheim 07
Beim Fußballspiel der Oberliga BW zwischen dem KSC (A) und SV Waldhof Mannheim kam es am Samstag Nachmittag im Karlsruher Wildparkstadion zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Mannheimer Fußballfans. Nachdem zunächst alles in geordneten Bahnen verlief, kam es zu Ende des Spieles zu Provokationen zwischen Karlsruher und Mannheimer Fans. Nach Spielende suchten rund 100 Waldhof-Fans die direkte Auseinandersetzung mit Karlsruher Fangruppen und mussten mit Einsatz von Schlagstöcken durch die Polizei zurückgedrängt werden. Dabei wurden drei Mannheimer Fans und zwei Polizeibeamte verletzt. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen. Das Spiel endete vor 1000 Zuschauern 2:1.
14.07.2004 | SV Waldhof Mannheim 07 - Fenerbahce Istanbul
Das Spiel war aus Mannheimer Seite eher schlecht besucht. Man kam sich vor wie im tiefsten Istanbul. Es war nur der harte Kern am Start. Doch die sollten noch von sich reden machen. Besonders die, der Kategorie C. Kurz vor der Pause kochte die Stimmung zwischen den beiden Fanlagern hoch. Es wurden schon einige Nettigkeiten am Zaun ausgetauscht. Als der Schiri zur Halbzeit pfiff, begann die vorgezogene dritte Halbzeit. Der Torwart der Türken wurde attackiert, als er 2 Schwinger an unserem Gaudino austeilte. Einige Mannheimer stürmten den Zaun und Platz. Als der erlebnisorientierte Teil der Mannheimer sich an ihrem Container einfanden, ließen sich einige Fener-Supporter auch nicht lang bitten und fingen an einige einschlägige bekannte Personen zu provozieren. Die Türken standen wie einst vor Wien und kamen nicht weiter.
Die Mannheimer kamen dann auch schnell in Fahrt, schätzungsweise so 25-30 der aktiven Sportler waren direkt beteiligt, als die ersten Ohrfeigen an die Türken ausgeteilt wurden. Ein uniformierter Beamter machte sogar Bekanntschaft mit dem Mannheimer Boden. Ein aggressiver Waldhof Mob machte kurzen Prozess mit den Türken, die sich vor fliegenden Bechern, Biertischen und Bierbänken in Sicherheit bringen mussten. Aus der Richtung der Ost-Tribüne kamen dann die Männer in Grün angerannt um die Situation zu beruhigen. Einige dieser netten Personen mussten noch Fausthiebe der Mannheimer Bande einstecken. Die Fener-Fans erwiderten diesen gepflegten Aktionen der Mannheimer mit Steinwürfen aus einer sichernden Entfernung. Als dann einer der Mannheimer verhaftet wurde, rückte der ganze Mob gegen die Cops vor und versuchten ihren Mitstreiter zu befreien. Aber die Polizei verhinderte dies durch massiven Einsatz des wohlbekannten Reizgases. Immer mehr Gesetzeshüter setzten einen Keil zwischen die Gruppen. Eine Motorradstaffel und berittene Beamte sperrten den Ort des Geschehens weitläufig ab. Wie man später erfuhr, wurden weitere Einsatzkräfte aus Schwetzingen und Heidelberg geordert, um solch weitere Szenen nach dem Spiel zu unterbinden. Fazit: Old School is back! Mit einer gesunden Szene mit starkem Zusammenhalt und das genau zum richtigen Zeitpunkt. Die neue Saison kann kommen.
06.04.2004 | SSV Ulm 1946 - SV Waldhof Mannheim 07
Dem besonnenen Eingreifen der Ulmer Polizei ist es zu verdanken, dass es am Rande des Spitzenspiels der Fußball-Oberliga zwischen dem SSV 1846 und Waldhof Mannheim nicht zu einer Schlägerei gekommen ist. So genannte Fans beider Mannschaften standen sich von Beginn an feindselig gegenüber. Nach Angaben der Polizei waren rund 200 der insgesamt 500 Fans der Waldhöfer, die nach Ulm gekommen waren, schon vor dem Anpfiff des Fußballspiels deutlich betrunken. Sie trafen auf etwa 100 Ulmer Problemfans. Starke Polizeikräfte konnten ein Aufeinanderlosgehen der beiden Gruppen vor dem Donaustadion unterbinden. Die Provokationen der beiden Fanblöcke hielten auch während des Spiels an. Gegen Ende der Partie, die die Ulmer mit 1:0 gewonnen haben, provozierten sich beide Lager erneut. Der Polizei gelang es weiter, die Fangruppierungen voneinander getrennt zu halten. Nachdem die Mannheimer Fans mit Bussen und mit der Bahn abgereist waren, beruhigte sich die Situation schnell. Einige Ulmer Fans mussten zuvor allerdings kurzfristig in Gewahrsam genommen werden, um eine Eskalation der Situation zu verhindern. Zwei Personen wurden während des Einsatzes sogar kurzzeitig festgenommen. Sie hatten mit Flaschen um sich geworfen. Verletzt wurde niemand, auch konnte ein größerer Sachschaden von der Polizei nicht festgestellt werden.
06.03.2004 | Karlsruher SC - SV Waldhof Mannheim 07
Viel Arbeit hatte die Polizei am Samstag rund um das Fußball-Oberligaderby des KSC gegen Waldhof Mannheim. 236 Beamte und zwei Züge des Bundesgrenzschutz hielten 1800 Mannheimer in Schach, nahmen neun Fans fest. Schon beim Anmarsch der Gäste aus Mannheim kam es zu Sachbeschädigungen am Südausgang des Hauptbahnhofes. Die Scheibe der Bäckerei dort ging zu Bruch, die Waren fanden ihre Abnehmer. Die Täter nahm die Polizei fest. Auch im Stadion nahmen die Beamten Fans fest, die Bengalofeuer abbrannten. Eine für 12.30 Uhr verabredete Schlägerei hochaggressiver und alkoholisierter Fans (sogenannte C-Fans) beider Lager kam in Wörth nicht zustande, da die Mannheimer den Ort nicht fanden. Während des Spiels lokalisierte die Polizei Karlsruher C-Fans in einem Lokal am Ludwigsplatz und erteilte Platzverweise. Von den 200 sogenannten Fans aus Mannheim reiste die Hälfte mit dem Zug an, die andere Hälfte, die mit Privatwagen kam, durfte die Stadt bis heute, 18:00 Uhr, nicht mehr betreten.
29.11.2001 | SV Waldhof Mannheim 07 - 1. FC Kaiserslautern
Beim DFB-Pokalspiel zwischen beiden Vereinen am Mittwochabend im Carl-Benz-Stadion in Mannheim sorgte die Polizei in Mannheim mit einem massiven Personalaufgebot dafür, dass es außer trotz der Brisanz des Lokalderbys zu keinen größeren Zwischenfällen kam. Schon im Vorfeld der Begegnung hatten die amtsbekannten Problemfans Post von der Polizei erhalten. 17 Personen erhielten Verfügungen mit Platzverweis unter Androhung von Zwangsgeld. Mit Fan-Vertretern der Vereine wurden Gespräche geführt, in denen beide Seiten zu friedlichem Verhalten aufgefordert wurden. Die Kaiserslauterer Fans reisten überwiegend mit dem Zug an. Durch Kräfte von Polizei und Bundesgrenzschutz wurden sie in das etwa drei km entfernte Stadion begleitet. Auseinandersetzungen mit Mannheimer Problemfans konnten verhindert werden. Szenekundige Beamte der Kaiserslauterer Polizei unterstützten dabei die Kollegen aus Mannheim. Kurz nach Spielbeginn wurden im Kaiserslauterer Block mehrere Rauchkörper gezündet.
Es kam zu einer etwa sechs minütigen Spielunterbrechung. Nachdem der Schiedsrichter gedroht hatte, das Spiel abzubrechen hielten sich die Fans dann mehr zurück. In der zweiten Halbzeit gab es noch vereinzelte Rauchentwicklungen. Nach dem Spiel wurden die Kaiserslauterer Fans wieder geschlossen von der Polizei zum Bahnhof geführt, am Ausgang des Stadions verhinderte die Polizei ein Aufeinandertreffen der herausströmenden Fangruppen. Im weiteren Verlauf suchten Waldhöfer Problemfans im Bereich der Schubertstraße die Konfrontation mit FCK-Anhängern und wurden mit massivem Kräfteaufgebot unter Mithilfe von berittener Polizei zurückgedrängt. Bei der Trennung beider Fangruppen musste auch der Schlagstock eingesetzt werden. Der weitere Weg verlief relativ störungsfrei bis zum Bahnhof. Beide Entlastungszüge wurden vom Bundesgrenzschutz begleitet. Der zweite Entlastungszug wurde zwischen Mannheim und Rheingönnheim von unbekannten Tätern mit Steinen beworfen. Am Bahnhof Neustadt versammelten sich ca. 80 Problemfans des FCK, deren Rückkehr nach Mannheim zu befürchten war. Sie wurden vom Bundesgrenzschutz zur Weiterfahrt nach Kaiserslautern überredet.
26.03.2000 | SV Waldhof Mannheim 07 - 1. FC Köln
Das Gastspiel der Kölner in Mannheim wurde bereits im Vorfeld häufig thematisiert und ein Stelldichein rivalisierender Hooligan-Fraktionen prognostiziert. Aber das blieb auch der Polizei nicht verborgen und so waren die rund 300 Sicherheitskräfte (in Offenbach wären wieder 1000 Beamte nötig gewesen, um das Dreifache an Steuergeldern zu verschwenden) bestens vorbereitet. Etwa 2.500 Kölner Anhänger bevölkerten die Hintertortribüne und erwiesen sich als die erwartet stimmgewaltigen rheinischen Frohnaturen. Nach der viel umjubelten Führung und dem nicht weniger gefeierten Ausgleich legten die Hausherren noch einen Treffer nach und versetzten ihren Anhang mit einem Sieg über den Tabellenführer in Verzücken. Während im Stadion noch gefeiert wurde, kam es auf der Straße zu den vom Einsatzleiter: Nach dem Spiel wird das sicher noch heftig, befürchteten Auseinandersetzungen.
Die Polizei verzichtete darauf, den Gäste-Pulk länger als nötig im Stadion festzuhalten, sodass es an den Straßenbahnschienen zu ersten Konfrontationen kam, die sich im weiteren Verlauf Richtung Innenstadt fortsetzen sollten. Allerdings hatten die Beamten die Lage mehr oder weniger schnell unter Kontrolle, denn berittene Einheiten bildeten meist einen Korridor zwischen beiden Parteien, bis die Kollegen zu Fuß herbeigeeilt waren und die Freunde der 3.Halbzeit gruppenweise in ihre Obhut nahmen. Nachdem etwa 40 Personen in Gewahrsam genommen wurden, entspannte sich die Lage wieder. Lediglich am Bahnhof flogen nochmals kurz die Fäuste, bevor die Polizei den Einsatz nach der Abfahrt des Sonderzuges und der Kölner Fanbusse für beendet erklären konnte. Der Polizeisprecher äußerte sich zufrieden über den Ablauf des Tages, da keine Verletzten oder Sachbeschädigungen zu beklagen waren, und auch die Hools hatten für kurze Zeit mal wieder ihren Spaß.
27.08.1999 | Hannover 96 - SV Waldhof Mannheim 07
Die Ankündigungen, die schon seit Wochen über das Internet verbreitet werden, verheißen nichts Gutes. Freude kommt schon gar nicht auf, wenn da mit Blick auf das Zweitligaspiel zwischen Hannover 96 und Waldhof Mannheim offenbar aus dem Nordbadischen offeriert wird: Am 27. August gibt es was auf die Fresse. Offenbach war geil, Hannover wird es auch. Dass dabei nicht von Fußball die Rede ist, liegt auf der Hand: Gewaltbereite Anhänger des Aufsteigers kündigen ihren Besuch an, der Absender ist nicht zufällig gewählt: Hool Invasion 99. Es ist gerade ein Vierteljahr her, da hatte es anlässlich des Regionalligaspiels zwischen Kickers Offenbach und Waldhof Mannheim schwere Ausschreitungen gegeben, bei der sich mehrere Hundert Chaoten aus beiden Lagern mit der Polizei eine Straßenschlacht lieferten. Auch im Stadion am Bieberer Berg tobten sich Gewalttäter aus, weit mehr als 100 verletzte Personen waren die Folge. Obwohl am Freitag nächster Woche mit Waldhof Mannheim nun die gleiche Mannschaft anreist und Hooligans eifrig die Trommel rühren, befürchten Insider aus Polizei und Fankreisen in Hannover nicht, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte.
Meldungen im Internet sind das eine, was passiert, ist das andere, sagt Michael Lockmann vom Fanprojekt Hannover. Er räumt aber auch ein: Das ist ein sehr brisantes Spiel. Der Hintergrund: Zwischen Waldhof Mannheim und Eintracht Braunschweig - dem Erzrivalen der 96er – besteht seit Jahren eine sogenannte Fanfreundschaft. Der Gedanke, diese anlässlich dieses Spiels unter Beweis zu stellen, scheint nicht abwegig. Wie Lockmann glaubt aber auch Hubertus Gleitze, bei der hannoverschen Polizei Experte für die Fußball-Fanszene, dass Zuschauer ohne Befürchtungen ins Stadion gehen können. Die Hooligans wissen, dass wir in Hannover auf solche Ankündigungen immer gut vorbereitet sind, sagt Gleitze. Deswegen gehe die Strategie der potenziellen Gewalttäter dahin, sich kurzfristig an Orten zu verabreden, die nicht in unmittelbarer Nähe der Sportstätten liegen, um dort ihre Auseinandersetzungen auszutragen. In Hannover gab es seit Jahren keine nennenswerten Ausschreitungen. Lockmann bestätigt: Im Niedersachsen-Stadion und im Umfeld haben es Hooligans eher schwer. Für Polizei und Ordnungsdienst von Hannover 96 ist der 27. August dennoch kein Spieltag wie jeder andere. Dass Vorsicht geboten ist, haben am Wochenende die Vorkommnisse beim Regionalligaspiel Göttingen 05 - Braunschweig gezeigt, wo Eintracht-Rowdys Ausschreitungen angezettelt hatten.
13.05.1999 | Kickers Offenbach - SV Waldhof Mannheim 07
Ein Sieg auf dem Bieberer Berg und der SV Waldhof 07 wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorzeitig in die Sphären der zweiten Liga vorgedrungen, während die Kickers abermals über die Relegation ihr Glück versuchen mussten. Schade nur, dass auch Wochen danach der sportliche Vergleich völlig nebensächlich ist und das Event mit der schlimmsten Randale seit Jahren in der dritten Liga seinen Platz in den Analen beider Clubs finden wird. Aber der Reihe nach: Beide Fangruppen waren heiß auf die Partie, deren Anziehungskraft auch in ganz Fußball - Deutschland eine Sogwirkung auszulösen schien. Mit der Ansetzung am Vatertag wurde überdies ein sehr unglücklicher Zeitpunkt gewählt, da mangels Alternativen einer Stippvisite am Main nichts im Wege stand. Ein idealer Treffpunkt für alle Groundhopper und Krawalltouristen, die das Spektakel am Feiertag mit ihrer Anwesenheit bereichern wollten. Die Vorverlegung auf 16.30 Uhr auf Drängen der Polizei statt der geplanten Liveübertragung im Hessischen Rundfunk am Abend kam wohl allen Parteien gelegen. Ideale Voraussetzungen also für ein Showdown. Die Ankunft der Mannheimer Zugfahrer am Bahnhof wurde lediglich von verbalen Provokationen beider Fangruppen begleitet, ansonsten hatte die Polizei keinerlei Probleme. Auch das Eintreffen am Stadion und die Abfertigung an den Kassen stellte die Ordnungshüter vor keine besonderen Probleme. Neben einer kleinen Konfrontation eskalierte das Geschehen lediglich für einen Moment, als eines der Stadiontore geöffnet werden konnte und sich beide Fangruppen mit Flaschen und anderen Gegenständen beworfen haben. Jeder konzentrierte sich auf das Intro der wichtigen 90 Minuten. Indiskutabel allerdings die Sicherheitsvorkehrungen auf den Rängen.
Sogar auf dem Hintertorbereich waren Fans der Offenbacher Kickers, aufgrund der Fülle von Auswärtsfahrern gerade mal durch eine Doppelkette an Beamten drei Meter von den Schwarz-Blauen getrennt. Auch die gesperrte Stahltribüne konnte aufgrund der Enge im Block mühelos als Stehplatz genutzt werden. Noch bevor das Geschehen auf dem Rasen in den Mittelpunkt des Betrachters rücken konnte, starteten auf den Rängen die Provokationen zwischen beiden Fangruppen. Zwei Leuchtkugeln Richtung OFC-Tribüne erhitzten ebenso die Gemüter wie verbale Provokationen und Gesten an die Adresse der Gäste. Kurze Zeit später waren viele derer, die auf Streit aus waren im Nachbarblock der Mannheimer Fans, die auch nicht lange bitten ließen und über die Stahlrohrtribüne die räumliche Distanz zum vermeintlichen Gegner überwunden hatten. Kurze Zeit später wechselten Wurfgeschosse die Seiten, was im Zerlegen von Tribünenteilen endete. Die Bilder dürften aus dem Fernsehen hinlänglich bekannt sein. Szenen, die über weite Strecken an eine sich anbahnende Katastrophe a la Heysel-Stadion erinnerten. Völlig unverständlich die Reaktion der Polizei, die nicht zum letzten Mal den Überblick verlieren sollte. Es dauerte sage und schreibe 15 Minuten, bis einige martialisch ausgerüsteten Uniformträger in der Lage waren, die Tribüne zu räumen und weiteren Schaden zu verhindern. Zwischenzeitlich war der Hass unter den rivalisierenden Anhängergruppen derart geschürt, dass über die gesamte Spielzeit alles, was man werfen konnte, die Fronten wechselte: Flaschen, Steine, Holzlatten. Und das alles unter den Augen der Polizei, die in ihrer Rolle als menschlicher Puffer zwischen verirrten Fußballfans wahrlich nicht zu beneiden war, aber in ihrer Funktion als Ordnungsmacht erneut versagte. Erst 10 Minuten vor dem Abpfiff der Partie wurde ein etwa 30 Meter großer Korridor geschaffen, um den gegenseitigen Bestürmen und Beschmeißen Einhalt zu gebieten. Verletzte unter den Fans und in Reihen der Polizei hätten bei rigoroserem Vorgehen verhindert werden können. Schlusspfiff auf dem Rasen und Anpfiff zur dritten Halbzeit. Das Spiel endete übrigens 0:0 Remis. Zur Verabschiedung der Gäste hatte sich derweil auf der Straße ein brisantes Gemisch aus rachelüsternen Fans, randalegeilen Hooligans und der üblichen Fraktion an Spannern zusammengefunden. Die Polizei hatte zur Abschreckung auch einen von zwei Wasserwerfern aufgefahren und drohte damit, die Straße Freizusprühen, sofern sich die aufgeputschte Menge nicht Richtung Stadt drillen sollte. Doch die Aufforderungen verpufften ohne Resultat, der Mob schien gewillt es auf eine Konfrontation mit der Polizei ankommen zu lassen.
Die erste Dusche aus der Spritzpistole empfand man noch als nette Erfrischung, die die erhitzten Gemüter abkühlen sollte. Binnen Bruchteilen von Sekunden schlug die Stimmung um. Das war nicht mehr das übliche Hooligan-Gehabe oder Räuber- und Gendarmspiel. Die Situation eskalierte zur offenen Revolte gegen die Staatsgewalt - die Mannheimer wurden derweil immer noch im Polizeikessel zurückgehalten. Übrigens die einzige Maßnahme der Polizei nach dem Spiel, die man als halbwegs gelungen bezeichnen konnte. Die militanten Widersacher belegten den Wasserwerfer und die Polizei mit einem Bombardement aus Steinen, Ästen und allem, was fliegen konnte. Eine Sondereinheit trieb die Übeltäter mehrmals halbherzig in die Büsche des angrenzenden Parks, doch kaum waren die Beamten zur Sicherung der Lage wieder umgekehrt, kam die nächste Attacke aus dem Park und eine weitere Ladung an Gegenständen geflogen. Das Szenario verlagerte sich nun die Bieberer Straße hinunter, wo sich Krawallmacher und Polizei ein Scharmützel nach dem anderen lieferten. Brennende Barrikaden (meist Papiercontainer) wurden auf die Straße geschoben, Autos beschädigt, Gulli-Deckel ausgehoben, Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr unter Beschuss genommen, ein Polizeifahrzeug zerstört. Derweil flogen im Park fernab des Ganzen die Fäuste. Die einzige Aktion unter der Rubrik Fußball Hooliganismus, an der sich rund 40 Leute beteiligt haben sollen. Unter den Eindrücken von emporsteigenden Rauchsäulen, war es höchste Zeit dem Geschehen den Rücken zu kehren. Die Spirale der Gewalt setzte sich bis nach der Abfahrt der Mannheimer am Bahnhof fort, wo es zwischen militanten Chaoten und der Polizei zu weiteren Ausschreitungen kam. Inwieweit spielen soziale Missstände eine Rolle für solche Ereignisse, an der Revolte waren keinesfalls nur sogenannte Hoolligans beteiligt, auch Otto Normalverbraucher nahm die Gelegenheit wahr und rastete aus. Ist der Krawalltourismus an allem schuld? Erlebnisorientierte Fußballfans aus Kassel, Leipzig, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Leverkusen waren maßgeblich beteiligt. Hat die Polizei die Eskalation der Gewalt zu verantworten? Vollkommen falsche Einschätzung der Lage und konzeptloses Handeln an Brennpunkten in und außerhalb des Stadions. Wahrscheinlich ist es die Mischung aus allem, die den rabenschwarzen Donnerstag in Offenbach ermöglicht hat.
16.12.1991 | VfB Leipzig - SV Waldhof Mannheim 07
Langsam rückt der Pulk der Mannheimer Fans auf der Straße vor dem Stadion vor. Einige brechen Latten von den Zäunen, andere sammeln Steine. Die Leipziger Hooligans, nur durch rund 20 Polizisten von den Mannheimer Fans getrennt, brüllen rüber: Lasst uns das ohne Waffen machen. Die ersten Steine sausen rüber, Leuchtspurmunition zischt nur knapp über die Köpfe der Polizisten. Die Mannheimer Fans haben die Gewalt gesucht, sagt Polizeirat Rolf Gütter nach dem Einsatz. Mehr noch, als die Leipziger Fans. Halbzeitpause des Spiel VFB Leipzig gegen den SV Waldhof Mannheim. Besser Leipziger Hooligans gegen Mannheimer Hooligans. Keine Gewalt gegen die Polizei ruft ein Mannheimer zur anderen Seite herüber. Doch kurz darauf hat er seine guten Vorsätze vergessen, prügelt sich mit einem Schutzmann. Lasst uns doch durch, fleht ein Jugendlicher aus Leipzig den Polizisten vor sich an. Die Zeichen stehen auf Gewalt, beide Seiten wollen sich prügeln, handeln nur noch die Spielregeln aus. Die Polizei steht zwischen den Schlägern, hat Anweisung, keinen durchzulassen. Immer wieder schiebt mal die eine, dann die andere Seite vor, bedrängt die dünne Mauer der Polizisten. Mit dem Knüppel gehen sie gegen die Randalierer vor. Die rund 100 Mannheimer ziehen über den benachbarten Friedhof heran. Sie schmeißen Steine und Holzstücke über den Zaun auf die Leipziger. Einer ballert mit einer Leuchtpistole auf die verhassten Fans der anderen Seite. Die Leipziger haben längst selbst zu den Waffen gegriffen, die Polizei steht mittendrin, duckt sich vor Steinen von vorne und hinten und knüppelt alle nieder, die über den Zaun wollen. Auf dem Friedhof liegt ein Mannheimer mit Schaum vor dem Mund.
Der ist zusammengebrochen, schreit ein Fan um Hilfe. Einer sagt, der verletzte hätte einen Hieb gegen den Hals bekommen, ein anderer spricht von einem Kollaps, weil er Gas aus einer Pistole abbekommen hätte. Wir haben zwei unserer Leute ins Krankenhaus gebracht, sagten die Leipziger Hooligans. Zum Ende des Spiels wollen sie mit den Mannen aus Mannheim noch mal aufräumen. Als die Gäste das Spielfeld stürmen, preschen die Leipziger los. Wieder Raketen über dem Stadion. Steine, die von beiden Seiten angeflogen kommen. Polizisten gehen gegen beide Gruppen vor, das Spiel wird unterbrochen. Spielende, vor dem Straßenbahnhof Leninstraße: Die Fangruppen stehen sich wieder gegenüber. Einem gelingt es, die Polizeisperre zu umgehen und sich mit Fans der anderen Seite zu prügeln. Passanten stehen daneben, klatschen zum Teil Beifall. Die Fanbusse werden gesucht. Sie sollen die Mannheimer schleunigst aus der Stadt bringen, damit die Aggression beider Seiten kein Ziel mehr findet. Gegen 17:15 Uhr dann Entwarnung. Die Busse haben ihre Ladung aufgenommen und die Stadt verlassen. Die genaue Zahl der Verletzten kennt keiner, festgenommen wurde niemand.
15.12.1991 | VfB Leipzig - SV Waldhof Mannheim 07
Von diesem Spiel versprach man sich einiges, da man ja in letzter Zeit des Öfteren von den Leipzigern gehört hatte und es für alle Mannheimer wohl das interessanteste Auswärtsspiel der Saison war. Also stand am 15. Dezember 1991 ausschließlich Fußball auf dem Programm. Nach sechsstündiger Busfahrt kam unser Bus endlich in Leipzig an, was auch gleich den Stimmungsbarometer positiv beeinträchtigte. Mit unserer Besatzung ging es gleich auf Entdeckungstour vor den Stadioneingang der Leipziger, aber nach kurzer Nörgelei mit den Ordnern drehte man um, bzw. lief in die Gästekurve, wo sich bereits der Rest des Mobs vergnügte und mit einigen Rauchbomben die triste Umgebung dekorierte. Die spärliche Anzahl von Zuschauern und auszumachenden Leipziger Hooligans ließ einem auch nicht gerade warm ums Herz werden. Dies änderte sich jedoch grundlegend, als die Ordnungshüter an einige Mannheimer herantraten und meinten (kein Witz), man solle doch die uniformierten Kollegen in Ruhe lassen, keinen Sachschaden verursachen, dann könne man sich außerhalb auch mit den Leipziger Hools boxen, ohne dass man sich groß einmischen würde. Klingt ja paradiesisch. Kurz darauf verließ der MA-Mob (verstärkt durch etwa 20 Braunschweiger und Magdeburger) das Stadion und lief zur Leipziger Seite, wo man in einiger Entfernung schon die Kollegen ausmachen konnte. Davor eine Reihe Polizisten, die nicht den Anschein machten aus dem Weg gehen zu wollen.
Ruhig und gesittet liefen die etwa 130 Mannheimer die Straße entlang, bis dann auf Kommando der Pöbel losstürmte und sich vereinzelt Boxereien mit wenigen Leipzigern und der Polizei lieferten. Nur wenige Leipziger/Kasseler stellten sich überhaupt, so war die Mannheimer Seite ziemlich enttäuscht und lies den ganzen Frust leider Gottes in Form von Zaunlatten und anderen Gegenständen an der Polizei ab. Wären die Latten und der ganze Müll aus dem Spiel geblieben, und hätten sich die meisten Leute auf Leipziger Seite nicht so passiv verhalten, wäre es mit Sicherheit zu dem gekommen, was alle schließlich wollten: Eine faire Boxerei untereinander! Über einen Friedhof versuchte man auf die Leipziger zu treffen, doch leider wurde man durch einen halbhohen Zaun getrennt und Versuche diesen zu übersteigen wurden mit Gummiknüppel beantwortet. Man stand sich unmittelbar gegenüber, konnte aber nicht aneinander heran, dazwischen war die Polizei. Da sich mittlerweile eine gehörige Portion an gegenseitiger Aggression aufgebaut hatte (Scheiß Ossi, Scheiß Wessi Rufe), eskalierte die Situation und an Fairplay war nicht mehr zu denken. Brocken und Leuchtkugeln flogen zahlreich und regneten aufseiten der Polizei und Leipziger nieder, wobei es auch die eigenen Leute erwischte. Selbstverständlich flogen diverse Teile prompt zurück. Zwischenzeitlich wollte man für einen verletzten Kollegen einen Krankenwagen organisieren, wobei man von den Polizisten den Knüppel und vonseiten der Leipziger Seite aus nur blöde Sprüche abbekam. Nicht zuletzt wegen dieser Situation sind einige total ausgerastet! Nicht alle beteiligten sich an den derben Aktionen, sondern standen nur als Beobachter daneben und schüttelten den Kopf, was wohl alles über die herrschende Situation aussagen dürfte! Minutenlang flogen die Fetzen, bis man zurück zur Straße und retour zum Stadion lief, wo es dann weniger später wieder zur Sache ging. Ohne das nötige Fingerspitzengefühl für die eh schon angespannte Situation zogen einige Ordner einen Mannheimer Fan samt seiner Trommel vom Zaun. Das war der Auslöser das Fluchttor aufzustoßen und auf den Platz zu stürmen. Die Leipziger rannten nun auch Richtung Zaun und Mannheimer Seite. Die alles andere als der Situation gewachsene Polizei konnte aber wenigstens verhindern, dass man sich auf den Rängen und dem Spielfeld prügelte, jedoch nicht das Abfeuern von Leuchtkugeln. Das Spiel wurde übrigens nur kurz unterbrochen und das ganze Stadion war mittlerweile am Wessi Raus Rufen! Die von der Polizei herbeizitierten Reisebusse wurden einfach ignoriert, doch einige Meter vor der Hauptstraße errichtete die Polizei eine Kette und nur etwa 25 Mann konnten anfangs durchkommen. Sogleich sah man um die Ecke den Leipziger Mob, der erst auf die Mannheimer zulief, dann aber stiften ging, als man ihnen mit 25 Leuten entgegenrannte. Die Latten und Prügel gingen diesmal auf die Mannheimer nieder. Keine Minute später tauchte der Leipziger Mob (ca. 90 Mann) erneut an der Hauptstraße auf. Die wenigen Waldhöfer gingen drauf, die Leipziger zurück, wobei Steine und Latten wieder auf der Mannheimer Seiten einschlugen.
Als die Leipziger erkannten, dass es ja nicht einmal 30 Mann waren, liefen sie auf die Mannheimer drauf und stürmten die ersten Leute weg, die auch gut was abbekamen und prügel bezogen, wobei aufgrund des Einschreitens einiger Besonnener Schlimmeres verhindert wurde! Man musste sich zurückziehen, die Leipziger rückten nach. Der Hauptteil der Mannheimer war am Ausrasten, ging einige Schritte zurück und stürmte die Polizeikette, um dann gleich auf die Leipziger zu gehen, die dann ihrerseits den Rückwärtsgang einlegten. Da nun auch die Polizei etwas mehr Überblick hatte, inzwischen war anscheinend Verstärkung eingetroffen, kam es nur zu Jagdszenen der beiden Mobs. Die Mannheimer kamen nun nicht mehr an die Leipziger heran. In einer Seitenstraße wurde der Mannheimer Mob dann von zwei/drei Leipzigern um ein paar Ecken gelotst, wo man auf ein Teil der Leipziger/Kasseler traf. Als aber die Hälfte der Mannheimer in die Straße gerannt kam, zogen die Leipziger einen Zwischenspurt vor, bis man wieder nur der Polizei gegenüberstand, die sogar in die Offensive ging und die MA´s zurückdrängte. Aufseiten der Mannheimer hatten viele jetzt die Faxen endgültig dick und keinen Bock mehr auf irgendwelche fruchtlosen Rennereien, denn immerhin hatte man sich ein zweistündiges Räuber- und Gendarmenspiel geliefert und ist vergebens den Leipziger Kollegen hinterher gerannt. Da man sich beinahe noch gegenseitig gestürmt hatte bzw. keine Leipziger mehr auszumachen waren, ging es ab in die Busse und unter Polizeigeleit Richtung Autobahn. Einen Besuch des örtlichen Weihnachtsmarktes hatte man abgesehen. Ein Tag, den man nicht so schnell vergessen wird. Mit Sicherheit die Auswärtsfahrt de Jahres für ein wirklich guten MA-Mob. Leider waren einige Leute zu gut drauf, brachten Waffen mit ins Spiel und es kam zwangsläufig zu einigen Verletzten. Da beide Hoolgruppen eigentlich als fairer Gegner bekannt sind, sollte man von gegenseitigen Provokationen a la Steineschmeißer absehen und sich beim nächsten Mal wieder von seiner Schokoladenseite zeigen.
17.03.1991 | SV Waldhof Mannheim 07 - MSV Duisburg
Vor dem Spiel kursierten jede Menge Gerüchte. Von 100 Duisburgern, Frankfurtern, sogar Darmstädtern war die Rede. Auch sprach man von Lauterern, die die Lage peilen wollten, um zu sehen, wer von wem auf die Mütze bekommt. Wer jedenfalls an Ort und Stelle war, wird die Minuten vor und nach dem Spielschluss nicht so schnell vergessen! Mit ein paar Begleitern am Mannheimer Alsenweg eingetroffen, gab es erst mal ein paar Quatschereien. Aber nach und nach hatte sich das gewohnte Bild ergeben, nur die Demonstration zur Erhaltung des Fan-Projekts bildete die Ausnahme. Für etwas Abwechslung sorgte auch eine Gruppe Duisburger, von der Polizei eskortiert, mit denen man um die Wette pöbelte. Aber ansonsten nichts, man freute sich eben auf das Spiel. Endlich im Stadion blickte man auf den erwartet großen Anhang der MSV - Fans und erhoffte ein abwechslungsreiches Spiel. Dem wurde auch entsprochen und die Sebert-Elf revanchierte sich mit einem satten 4:0, worüber die Schweinfurt-Niederlage gänzlich vergessen war. Nicht ganz so begeistert waren ungefähr 35 Duisburger, denn urplötzlich flogen im Mannheimer Block die Fetzen und es herrschte für einen kurzen Moment die totale Verwirrung. Als die Lage überblickt wurde, holte der Mannheimer Mob zum Gegenschlag aus und es krachte 10 Minuten lang an allen Ecken und Enden. Die Duisburger, die nach der zweifellos anerkennenswerten Aktion im SVW-Block auftauchten, wurden in tumultartigen Szenen aus dem Block und Stadion gestürmt, wie es im Hooligan-Lehrbuch steht! Es gab derbe Tretereinen und Boxereien, in deren Verlauf auch Leute aus dem eigenen Lager verwechselt wurden.
Irren ist menschlich! Die Boxereien zogen sich über den Vorplatz bis hin zur Straße, wo dann nach vorheriger völliger Orientierungslosigkeit die Cops eingriffen. Munter wurde auf alles eingeprügelt, was in Reichweite war, sodass es natürlich auch Unbeteiligte erwischte. Zwischenzeitlich waren die Auseinandersetzungen mit den MSV´lern auch beendet, und der Mob zerstreute sich. Da weitere Konfrontationen an diesem ereignisreichen Tag nicht auszuschließen waren, traf man sich in MA-City wieder. Dort hatte man aber nach kurzer Zeit die Polizei an sich kleben, die erst tatenlos unseren Weg Richtung Wasserturm verfolgte, dann aber mit ein paar Eingriffen für klare Verhältnisse sorgte. Da aber keiner Lust hatte, auch noch auf der Wache zu landen, um wohl möglich porträtiert zu werden, zog man es vor die Heimfahrt anzutreten. Kompliment an die Duisburger, die es verstanden mit einer guten Aktion für ein paar abwechslungsreiche Minuten zu sorgen. Darüber hinaus für die Fairness beider Parteien, den soweit wurden nur die Fäuste und Füße eingesetzt, auch wenn die MSV´ler davon mehr abbekommen haben dürften, womit man aber rechnen muss, wenn man sich im gegnerischen Block herumtreibt. Jedenfalls wird die Begegnung mit den Duisburger Zebras noch lange in Erinnerung bleiben. Seit dem Match mit den Nürnbergern war dies der kurzweiligste Tag für alle MA-Hooligans!
20.03.1989 | Werder Bremen - SV Waldhof Mannheim 07
Mit zehn Streifenwagen stellte die Polizei in der Nähe von Wildeshausen (Kreis Oldenburg) einen Bus mit Fans von Waldhof Mannheim. Die 40 jungen Leute hatte auf der Rückfahrt vom Bundesligaspiel in Bremen die Tankstelle in Wildeshausen gestürmt. Der alleine anwesende Tankwart war dem Andrang nicht gewachsen, er wurde durch eine Getränkedose am Kopf verletzt. In den Auslagen mit Süßigkeiten und Getränken bedienten sich die Gäste, ohne zu bezahlen. Die Polizei fand im Bus zahlreiche gestohlene Gegenstände. Die Beamten wurden bei ihrer dreistündigen Suche von Polizeihunden unterstützt. Der Sachschaden wird auf 1.000 Mark geschätzt.

